Impressionen zum 58. Bergquartal der
Bergbrüderschaft Geyer e.V. (nach der Wiedergründung)
Etwas ungewohnt ein Wochenende „verspätet“, aber den(noch) Anfang November, begingen die Mitglieder der geyerschen Bergbrüderschaft ihr 58. Bergquartalnach der Wiedergründung im Jahre 1967. Für den 08. November 2025 lud der Vorstand der Bergbrüderschaft Geyer alle Bergschwestern und -brüder sowieFreunde aus Nah und Fern zu unserer wichtigsten Zusammenkunft im gesamten Kalenderjahr ein. Speziell unser Bergquartal nutzen wir immer dafür, um die Beziehungen zu unseren engen Freunden der Privilegiert Königlichen Schützengilde Geyer e.V., den Mitgliedern des Modeleisenbahnclubs Geyer e.V. und den Kameraden des Bergmännischen Traditionsvereines Zwönitz e.V. sowie der Bergbrüderschaft Thum und der Berggrabebrüderschaft Ehrenfriedersdorf zu pflegen. Auch dieses Jahr konnten wir von all Jenen Delegationen zu unserem Ehrentag begrüßen. Ebenso traditionell war auch ein Vertreter der Stadt Geyer an unserem Ehrentag zugegen. Nicht zu vergessen ist natürlich die musikalische Umrahmung, die alljährlich bereits deutlich vor dem offiziellen Beginn um 10 Uhr begann. Hierfür sorgten wie jedes Jahr unsere befreundeten Bergmusiker des Bergmusikkorps „Frisch Glück“ Annaberg-Buchholz/Frohnau e.V. (s. Bild 1)

Euch allen möchte ich im Namen aller Mitglieder der Bergbrüderschaft Geyer ganz herzlich für eure Teilnahme und Unterstützung danken!
Analog zum „üblichen“ Termin unseres Quartals (s. Bild 2) waren die Programmpunkte ebenso an der klassischen Tagesordnung angelehnt. Nach dem Einläuten mithilfe der Huthausglocke, dem Anzünden der Kerzen sowie dem Öffnen der Bergbrüderschaftslade umfasste die Tagesordnung Punkte wie den Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden, Berichte zu den Aktivitäten bei Finanzen und Investitionen, zum Trachtenbestand oder den Tätigkeiten der Gruppe Altbergbau. Hierbei wurde Vielen erst im Detail bewusst, wieviel Zeit, Einsatz und Engagement auch im vergangen Jahr durch unsere Mitglieder für die Pflege der geyerschen Bergbautradition aufgebracht werden musste. Allein bei den letztjährlichen elf Adventsparaden des Sächsischen Landesverbandes der Bergmanns- und Hüttenvereine sowie weiteren Veranstaltungen dieser Art in Zwönitz und Geyer selbst wurden exakt 276 Teilnahmen verzeichnet. Dies bedeutete eine Überfüllung von ca. 12,5 % gegenüber den ursprünglich gemeldeten Teilnehmerzahlen. Dieser Trend konnte bereits im vorherigen Rechenschaftszeitraum festgestellt werden und lag nach allen Paraden im Jahr 2024 in einem annährend gleichen Maßstab, was für uns alle eine absolut erfreuliche Entwicklung darstellt. Hinzu kamen wie jedes Jahr weitere Teilnahmen bei Veranstaltungen wie diversen Mettenschichten befreundeter Vereine, das Pyramidenanschieben sowie die Friedenslichtveranstaltung in Geyer oder die Trachtenvorstellung in Oberwiesenthal.

Zudem wurde auf einige außerordentliche Veranstaltungen hingewiesen, die einerseits unserem Vereinsleben, wie bspw. der Besuch unserer jungen Bergschwestern und -brüder im Erzgebirgsstadion, die Museumsbesuche im SMAC in Chemnitz anlässlich der Sonderausstellung „Silberglanz und Kumpeltod“ oder unser Sommerfest im September für Jung und Alt, dienten. Andererseits waren da auch noch offizielle Termine wie bspw. die alljährliche Knappenehrung, das diesjährige Bingefest inklusive neu eingerichteter Bergschmiede etc. oder zusätzliche inoffizielle Termine wie Schulungen, Beratungen und Diskussionen, welche bewerkstelligt werden mussten.
Nicht zu vergessen sind die vielen Arbeits- und Einsatzstunden, welche zum Großteil unter der Leitung der Gruppe Altbergbau geleistet wurden. Hierbei sind an erster Stelle die Organisation, der Auf- und Abbau sowie die Durchführung unserer Mettenschichten am 18. und 19. Dezember letzten Jahres, zu nennen. Hinzu kommen die im ausklingenden Geschäftsjahr durchgeführten 29 öffentlichen und privaten Bingeführungen, bei denen knapp 400 Gästen die Geschichte des geyerschen Bergbaus sowie unserer Binge nähergebracht wurde. Außerdem mussten auch dieses Jahr im Rahmen mehrerer Arbeitseinsätze, leider u.a. aufgrund von wiederkehrendem Vandalismus in der Binge, für Reparaturen entlang des Bingerundweges oder für den Freischnitt des Bingeareals, zahlreiche Arbeitsstunden aufgewendet werden. Glücklicherweise konnten wir im letztgenannten Fall auf die Unterstützung der Geocacher von der Waldschänke und weiteren freiwilligen Helfern zählen, ohne deren Hilfe wir bei weitem nicht so viel geschafft hätten. Vielen Dank auch nochmal an dieser Stelle für eure Hilfe.
Ebenso positiv den vorgestellten Ausführungen zu entnehmen war die Tatsache, dass die Mitgliederanzahl, trotz einzelner angekündigter Vereinsaustritte, durch weitere Aufnahmen neuer Mitglieder ausgeglichen und somit bei reichlich 50 Mitgliedern stabilisiert werden konnte. Speziell die Anzahl unserer jungen Bergschwestern und -brüder zwischen sechs und unter 18 Jahren stellt momentan eine tragende Säule unseres Vereinslebens dar, da gerade hierdurch ein verhältnismäßig hoher Anteil der finanziell lohnenden Teilnahmen bei diversen Paraden und sonstigen Veranstaltungen sichergestellt werden kann. Wie in jedem Verein und allgemein gültig, stellt die Jugendarbeit einen enorm wichtigen Bestandteil jeder Vereinsarbeit dar. Denn ohne Nachwuchs würden wir früher oder später in Schwierigkeiten geraten. Ganz nebenbei wurde dies sogar erst kürzlich von Seiten des Sächsischen Landesverbandes explizit hervorgehoben und gelobt. Allerdings bedingt diese Entwicklung der letzten ca. zweieinhalb Jahren die Herausforderung, dass es zunehmend schwieriger wird, alle Mitglieder trachtentechnisch von Seiten des Vereins vollumfänglich auszustatten. Verschiedenen Bemühungen des Vorstandes sei Dank war es uns möglich, durch freiwillige, beantragte und genehmigte Förderungen sowie zahlreiche Spenden, die notwendigen Investitionen für zusätzliche, neue und absolut notwendige Trachten, Werkzeuge etc. sicherzustellen.
Einen wichtigen Bestandteil unseres Bergquartals bildet wie üblich die Ehrung von Mitgliedern für besonders hervorzuhebende Einsatzbereitschaft oder langjährige und engagierte Mitgliedschaft. In diesem Jahr konnten wir Pascal Schmien für 5 Jahre, Alyssa Schröer und Marcus Koschnike für jeweils 10 Jahre und Christine Huss sowie unnern Schüttke Sigg (s. Abb. 2), viele Jahre auch als Leiter der Gruppe Altbergbau besonders aktiv in unseren Reihen, für jeweils 15 Jahre Einsatzbereitschaft ehren und ebenso danken. Ganz nebenbei konnten sich innerhalb der letzten reichlichen zwölf Monate mehrere Mitglieder über besondere Geburtstage freuen. Diesbezüglich sollten die 70. Geburtstage unsere stellvertretene Trachtenwartin Petra Schubert sowie leider um ein Jahr verspätet unseres stellvertretende Vorsitzenden Harald Wendler in diesem Rahmen Erwähnung finden. Beide konnten aus persönlichen Gründen aber nicht an unserem Bergquartal teilnehmen.

Eine wahrlich nicht allzu häufig anzutreffende und besondere Konstellation stellte zudem die Tatsache dar, dass gleich drei unserer Mitglieder dieses Jahr jeweils ihren sage und schreibe 95. Geburtstag begehen und feiern konnten. Dies betraf die langjährigen Mitglieder Wolfgang Arnold, unseren ehemaligen Vorsitzenden Horst Müller sowie unseren Bergältesten und letztes verbliebenes Gründungsmitglied Werner Heuschkel. Ganz besonders Euch möchte ich an dieser Stelle von Seiten des Vorstandes, aber natürlich auch in meinem persönlichen Namen, nochmals bestmögliche Gesundheit, Freude und im idealen Fall auch Teilhabe an unserem Vereinsleben, wünschen! Eure Ehrentage werden wir in Kürze in einem geeigneten Rahmen gebührend würdigen.
Alles in allen war unser alljährliches Bergquartal wieder eine sehr schöne, informationsreiche und, wie zahlreiche Wort- und Rückmeldungen unserer Gäste belegen, auch gemütliche Veranstaltung. Wir alle hoffen natürlich auf ein ebenso erfolgreiches Jahr 2026 und freuen uns besonders auf die zahlreichen Bergparaden in der Adventszeit.
In diesem Sinne, auf ein baldiges Wiedersehen, Glück auf!
Markus Müller (Vors. Bergbrüderschaft Geyer e.V.)